Zen-Dojo Weingarten

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Was ist Zen?

 

 

Die Essenz des Zen ist Zazen - einfach nur sitzen. Alles, was Zen genannt wird, hat seinen Ursprung in dieser unkomplizierten Praxis, die seit mehr als 2500 Jahren von Meister zu Schüler, von Generation zu Generation weitergegeben wird. Zurückgehend auf den historischen Buddha Shakyamuni beinhaltet Zazen die Essenz seiner Unterweisung. Seinem Wesen nach gründet Zen in der eigenen Zazen-Praxis und geht durch erlebte und gelebte Erfahrung weit über Worte, Texte und Philosophien hinaus.

Meister Dogen, der Begründer des japanischen Soto-Zen, beschreibt Zazen im 13. Jahrhundert im Shobogenzo Zazengi wie folgt:

"Zen zu praktizieren bedeutet in Zazen zu sitzen. Um in Zazen zu sitzen, ist ein ruhiger Platz geeignet. Breite eine dicke Matte aus. Der Sitzplatz sollte hell sein; warm im Winter, kühl im Sommer. Wirf alles ab, was Dich beschäftigt. Denk nicht an Gutes. Denk nicht an Schlechtes. Zazen ist jenseits von Geist, Wollen, Bewusstsein, Achtsamkeit, Denken und Nachdenken. Versuche nicht, ein Buddha zu werden. Sitze, als wolltest Du ein Feuer löschen, das auf Deinem Kopf brennt.

Benutze ein rundes Kissen. Sitze nicht auf der Mitte des Kissens, sondern lediglich auf dem vorderen Teil. Verschränke die Beine. Die verschränkten Beine befinden sich auf der Matte, das Kissen unter der Basis der Wirbelsäule. So saßen die Buddhas und die Vorfahren, wenn sie Zazen praktizierten. Sitze entweder im halben oder im vollen Lotus. Im vollen Lotus liegt der rechte Fuß auf dem linken Oberschenkel und der linke Fuß auf dem rechten Oberschenkel. Beim halben Lotus liegt der linke Fuß auf dem rechten Oberschenkel. Lege die rechte Hand auf den linken Fuß. Lege dann die linke Hand in die rechte Hand. Die Daumen sind waagerecht, und die Daumenspitzen berühren sich leicht. Ziehe die Handkanten nun an den Unterleib. Die Daumenspitzen sollten sich auf Höhe des Nabels befinden. Sitze aufrecht. Neige Dich weder nach links noch nach rechts, weder nach vorn noch nach hinten. Es ist wichtig, dass sich die Ohren in einer Senkrechten mit den Schultern befinden. Die Nase befindet sich in einer Senkrechten mit dem Nabel. Die Zunge liegt am oberen Gaumenrand. Atme durch die Nase. Die Lippen und die Zahnreihen sind geschlossen. Die Augen sind offen, weder aufgerissen noch halb geschlossen. Wenn Du den KörperGeist so in Einklang gebracht hast, mache einen tiefen Atemzug.
In Zazen zu sitzen bedeutet nicht, Zen-Meditation zu lernen. In Zazen zu sitzen ist das große fried- und freudvolle Tor der Wirklichkeit. Es ist unbeschmutzte Praxis und Erfahrung."